Weihnachtswunsch

Es ist Ende Juli und gestern Abend ist mir eingefallen, was ich mir dieses Jahr am meisten zu Weihnachten wünsche. Das Ding ist: Ich könnte es mir theoretisch jedes Jahr wünschen (sofern es die Umstände zulassen) und jedes Jahr wäre es ein ziemlich tolles Geschenk, vielleicht ein bißchen abhängig davon, wer es mit welchem Hintergedanken schenkt. Ich weiß sehr genau, von wem ich es mir dieses Jahr wünsche und wenn ich das bekommen würde, wäre es für mich das allertollste Geschenk, das ich ja in meinem Leben zu Weihnachten bekommen habe.

Ich möchte das hier nicht sagen, was genau ich mir wünsche. Es ist noch nicht einmal etwas so Privates, dass ich nicht in der Öffentlichkeit drüber sprechen würde, bzw. die Tatsache, dass ich es nicht sagen will, hat nichts damit zu tun, dass der Wunsch zu privat wäre, sondern ist der Tatsache geschuldet, dass ich es anmaßend und in einem gewissen Sinne durchaus unverschämt finde, so einen Wunsch öffentlich zu äußern.

Das Problem oder vielmehr der springende Punkt ist also: Ich kann das unter gar keinen Umständen der Person sagen, von der ich es mir dieses Jahr wünsche. Das geht nicht. Gar nicht. Das wäre ziemlich unverschämt. Wenn sich das jemand, egal wer, unter den gegebenen Umständen von mir wünschen würde, würde ich die Person fragen, was sie denn glaubt, wer sie ist.

Ich werde diesen Wunsch also in die hinterste Ecke meines Herzens verbannen und, falls er in diesem Leben in Erfüllung geht, wahrscheinlich vor Begeisterung in Tränen ausbrechen – und die Auflösung natürlich hier nachtragen 🙂

tl;dr: Es ist kompliziert.

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Leben und Sterben des Herrn K.

Fürchterliches trug sich am 13. Juli 2014 in der F.straße in F. zu, wo das Schicksal gegen Nachmittag unbarmherzig zuschlug und Herr K. einem Totalversagen der inneren Organe erlag.

Geboren Anfang der 1970er Jahre in der irischen Stadt Limerick, hatte Herr K. zeit seines Lebens in den Diensten der Familie B. gestanden. Obwohl er sich nach fast 40 Jahren Tätigkeit im Hause von Großmutter B. den Ruhestand redlich verdient gehabt hätte, wollte er die Familie, der er ein Leben lang treu gedient hatte, nicht verlassen und zog deswegen nach Großmutter B.s Tod zu deren Enkelin Frau B. nach F., wo er hochwillkommen war und schnell eine neues Zuhause fand. Im stolzen Alter von über 40 Jahren tat er schließlich seinen letzten Atemzug beim Rühren eines Muffinteiges.

Ruhe in Frieden, kleiner Handmixer.

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Indiebookday 2014

Jetzt aber! Am Samstag war Indiebookday – eine ganz zauberhafte Initiative, um Büchern aus kleinen, unabhängigen Verlagen ein bißchen mehr von der Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die sie zweifelsohne verdienen.
Initiert wurde der Indiebookday vom mairisch-Verlag und die Idee dahinter ist folgende (schonmal für nächstes Jahr erklärt): Am betreffenden Tag geht ihr in einen (am besten natürlich auch kleinen und unabhängigen) Buchladen eurer Wahl, kauft euch ein oder mehrere Bücher aus einem kleinen, unabhängigen Verlag und postet ein Foto des Buchcovers oder ein Foto von euch mit dem Buch (oder ein Foto von euch vor dem Buchladen mit dem Buch etc. pp) in den sozialen Netzwerken eurer Wahl unter dem Stichwort Indiebookday.

 
Mein Indiebookday 2014:
Letztes Jahr von der Idee gehört, wollte ich dieses Mal unbedingt mitmachen.
Die erste Frage, an der ich hängenblieb: Was genau ist überhaupt ein kleiner, unabhängiger Verlag? Zum Glück gibt es im Internet Menschen, die das einem z.B. hier erklären.
Als ich langsam durch die Liste dort scrollte, fielen mir zwei Sachen auf – erstens: obwohl bücherinteressiert in dem Sinne, dass ich gerne auch Sachen abseits des Mainstreams lese (die mir oft sogar aus Gründen, die einen eigenen Blogpost wert wären, sehr viel lieber sind), kannte ich von den dort aufgezählten Verlagen nur.. äh.. sehr wenige.
Zweitens: Die Edition Nautilus gehört ja auch dazu! Ich habe von denen nicht überproportional viele, aber doch einige Bücher im Regal und hätte Nautilus intuitiv sehr viel größer eingeschätzt, als sie wohl tatsächlich sind. Mit der Entdeckung dieses Verlages auf dieser Liste war auch prompt meine zweite Frage gelöst, für die ich etwas ausholen muss:
Ich führe gerne Listen, nicht unbedingt to-do-Listen, sondern Listen, die da heißen „Bücher, die ich gerne mal lesen möchte“, „Musik, die ich mir mal anhören möchte“, „Filme, die ich gerne sehen würde“ usw. Quasi das .odt-Pendant zum Amazon-Wunschzettel. Jetzt dachte ich mir, mensch, jetzt hast du doch da diese Bücherliste, mh, musst du jetzt auf Gedeih und Verderb irgendein zusätzliches Buch kaufen, nur weil es aus einem kleinem, unabhängigen Verlag ist? Muss ich nicht. Folgende Exemplare standen schon ewig auf meiner Bücherliste, es fehlte im Prinzip nur der Anlass, sie zu kaufen:

 
indiebookday

 
Robert Brack: Blutsonntag
Am sogenannten Altonaer Blutsonntag kam es 1932 bei einem großen Aufmarsch der SA und SS durch das traditionell rote Altona bei Hamburg zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit 18 Toten.
Klara Schindler, selbstbewusste Reporterin und Kommunistin, deckt mithilfe eines verkrachten Kabarettisten, eines Straßenmädchens, eines Meisterdiebs und gegen die abwiegelnde Haltung ihrer eigenen Partei die Vertuschungen der Polizei auf und entschließt sich, ein Zeichen des Widerstands gegen den aufkommenden Nazismus zu setzen.
(Klappentext)
Hamburg 2010, Edition Nautilus, ISBN 978-3-89401-728-6

Laurie Penny: Fleischmarkt. Weibliche Körper im Kapitalismus
Fleischmarkt ist ein Stück feministischer Dialektik, das den Körper der Frau als sexuellen Stützpunkt des kapitalistischen Kannibalismus offenlegt.
Laurie Penny, Angry Young Woman und Star der englischen Bloggerszene, legt die versteckten Strukturen der Verdinglichung bloß, die den Marktstrategien zugrunde liegen.
(Klappentext)
übersetzt von Susanne von Somm
Hamburg 2012, Edition Nautilus, ISBN 978-3-89401-755-2
Original: Meat Market. Female Flesh under Capitalism, zero books 2011

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Nur eine Kleinigkeit

Wenn andere Leute sich in meiner Gegenwart über Kleinigkeiten aufregen, gehöre ich immer schnell zu denen, die sagen „Jetzt chill mal und komm runter – das isses doch gar nicht wert…“ und ich dachte bisher, dass ich zu den Menschen gehöre, die sich selbst auch relativ wenig an Kleinigkeiten… ähm… stören.
Worüber ich aber zugegebenermaßen viel zu wenig nachgedacht habe: Dass bei der Definition, was für wen eine Kleinigkeit ist, auch bestimmte Maßstäbe gelten, die persönlich und damit immer subjektiv sind.
Folgendes:
Ich wohne schon ziemlich lange nicht mehr zuhause und betrachte mich auch ansonsten als selbstständig (ich meine damit, dass ich auch keinen zweiten Wohnsitz im Elternhaus habe, sondern nur „hier“ wohne und halt ab und zu meine Eltern besuchen fahre).
Wenn jetzt im Familienkreis (schriftliche) Einladungen kommen, sei es zu Hochzeiten, zu Geburtstagen oder was es auch immer für Anlässe gibt, dann gibt es immer nur eine einzige Einladung an die Adresse meiner Eltern. Da stehen dann die Namen meiner Eltern, meiner Geschwister (die aber alle noch zuhause wohnen) und mir drauf. Ja, das ist nur so eine Kleinigkeit, aber es stört mich. Ich frage mich dann spaßeshalber, was ich tun müsste, um endlich eigene Einladungen zu bekommen.
Ich meine, um ein Beispiel anzuführen: Ich habe einen Onkel, der (soweit ich weiß) alleinstehend, wie mein Opa so schön gesagt hätte, ist. Dieser Onkel bekommt (natürlich) immer eigene Einladungen und ich glaube, alle würden es komisch finden, wenn nicht. Auch, als meine Großeltern noch gelebt haben, hat der Onkel immer eigene Einladungen bekommen. Ich frage mich deshalb: Was ist denn der Unterschied zwischen meinem Onkel und mir? Außer dem Alter, klar. Ab wann ist man alt genug, um in dieser Familie als eigenständiges Individuum und nicht als „Kind von XY“ gesehen zu werden?
Wie gesagt, nur eine Kleinigkeit. Aber je älter ich werde, desto mehr nervt mich das.

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Ich bin sauer

Disclaimer: Mein fester Vorsatz war, hier öfter als nur einmal die Woche zu bloggen. An Themen mangelt es mir z.Zt. wirklich nicht – aber das ist auch schon das Problem: Obwohl ich hier anonym unterwegs bin, spüre ich eine sehr große Unsicherheit darüber, was ich hier preisgeben will und was nicht, wie privat das hier alles werden soll. Das ist ein kleines Problem, auf dem ich seit einigen Tagen rumkaue, und aktuell ist meine Lösung: Raus damit! Eben get out and stay out.

 

Ich bin sauer, richtig sauer.

Heute mittag rief mich meine Mutter an – mit ziemlich schlechten Nachrichten. S, eine Schwester meiner Oma, hat Krebs; die Ärzte geben ihr noch ein halbes Jahr. Scheiße, scheiße, scheiße. Ich habe mit diesem Teil der Familie nicht viel zu tun, aber trotzdem. Andere Leute weinen bei schlechten Nachrichten, ich kriege das meist nicht hin und werde einfach nur vollkommen sprachlos. Ich finde auch für solche Gemeinheiten des Lebens nur schwer die richtigen Worte. Und wenn jetzt demnächst einer kommt und sagt „Die Frau ist immerhin über 80“ – darum geht es doch nicht. Ja, die Frau ist alt und ja, sie hat (soweit ich das beurteilen kann) ein schönes Leben an der Seite ihres Mannes, aber muss das sein? Die Frau hat mehrere Kinder, Enkelkinder usw… Warum können solche Menschen, die niemandem etwas Böses getan haben, nicht noch ein paar Jahre ihren Nachkommen mit Rat zur Seite stehen und dann irgendwann ganz ruhig einschlafen? Warum müssen sie am Ende so leiden? Das ist einfach so unfair.

Sowas macht mich einfach nur traurig – sauer bin ich aber aus einem ganz anderem Grund: Meine Mutter eröffnete das Gespräch so ungefähr mit den Worten „Ich will nicht, dass du’s von irgendjemandem anders erfährst“, was ich ja an sich gut finde, da hat sie wohl aus der Vergangenheit gelernt. Aber was dann folgte: Ich solle es bitte K noch nicht erzählen.

K ist einer der Enkel von S und also mein Großcousin – außerdem aber noch ein guter Freund. Ja, ging das dann weiter, seine Eltern wollten es K sagen, wenn er das nächste Mal zu Besuch käme, wann das wäre, das wüsste sie nicht, vll. hätten sie es ihm auch doch schon gesagt… Da begann ich schon zu denken ‚Was geht denn hier ab?‘ Dieses ‚Ja, ich sags dir, und du sollst das eigentlich nicht wissen, weil Leute, denen S viel näher steht, wissen das noch weniger‘, ist ja sowas, was ich gar nicht leiden kann. Dann behaltets doch noch ein paar Tage für euch, for God’s sake. In dem Stil ging das Gespräch dann auch weiter, die Essenz ist ungefähr folgende: Der kleine Bruder von S weiß offenbar noch nicht um die Schwere der Diagnose, eine entfernte Bekannte dagegen, die mit S gesprochen hat, hat nichts besseres zu tun, als alles, was sie weiß, im Bekanntenkreis rumzutratschen usw usf. Wie ich solches Getratsche hasse. „Haste schon gehört? Ich darf dir das eigentlich nicht sagen…“ Furchtbar. Sowas widert mich echt an.

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Der Schulsport und ich

Als ich den Artikel von Juliane auf kleinerdrei las, fühlte ich mich sofort an meine eigenen Schulsport-Erfahrungen zurückerinnert. Die meisten davon sind keine guten.

Meine Schulsport-Karriere (höhö) lässt sich grob in drei Phasen einteilen:

1. Die Grundschulphase: Das, was damals bei uns als Schulsport durchging, wird heute oft spöttisch als Kuschelpädagogik bezeichnet. Viele Erinnerungen habe ich an diese Zeit nicht – ich weiß noch, dass ich damals mit Hilfe eine Rolle rückwärts geschafft habe und dass die Notengebung sehr großzügig war: alle bekamen sowieso eine Zwei und die, die richtig gut waren eine Eins.

2. Die Klassen 5-11: Das war die Zeit, in der Sport mein mit Abstand meistgehasstes Fach war.

In der 5 und 6 hatte ich Lehrer X, in der 7-9 Herrn Y und in der 10 und 11 wieder Herrn X. Beide gehörten mit zum ältesten Lehrpersonal, das an der Schule vorhanden war und hatten ihre Unterrichtsmethoden seit dem Referendariat anscheinend nicht geändert.

Trotzdem gab es einen grundlegenden Unterschied zwischen beiden: Bei Herrn X hatte man wenigstens das Gefühl, dass ihm an seinen SchülerInnen pädagogisch gelegen war und dass er uns wirklich etwas beibringen wollte. Dann hat er auch schonmal die Übung am Barren oder den Kopfsprung vom 3-Meter-Brett vorgemacht. Das größte Problem, was ich in der Unterstufe mit ihm hatte, war sein Sarkasmus und seine Ironie, die ich in dem Alter einfach noch nicht verstand und mit der ich nicht umgehen konnte.

Bei Herrn Y dagegen – tja. Ich erinnere mich noch daran, dass eine Klassenkameradin ihn mal fragte, ob er das Kugelstoßen vormachen könnte. Dazu muss ich ergänzen: Herr Y war der unsportlichste Sportlehrer, dem ich je begegnet bin und dazu noch ein Choleriker vor dem Herrn. Da ist so eine Frage natürlich eine denkbar schlechte Idee, aber wer denkt als 13Jährige schon so weit?

An den Unterricht in den Stufen 5 bis 9 habe ich keine einzige gute Erinnerung, nichts, bei dem ich sagen würde „das hat mir Spaß gemacht“ oder „daran denke ich gerne zurück“. Was ich im Kopf habe, wenn ich an diese Stunden denke, geht eher in die Richtung „du kannst das nicht und wirst das auch nie können.“

Am schlimmsten war der Hochsprung, den wir gefühlt jedes Halbjahr durchexerziert haben. Ich glaube, ich bin insgesamt ein einziges Mal über diese verdammte Latte gekommen und das auch nur zufällig. Ich bin dann dazu übergegangen, den Lehrer zu bitten, mir doch direkt eine Sechs einzutragen (die ich ja sowieso bekommen hätte), was aber nie funktioniert hat. Schlimm war auch alles, was mit Turnen zu tun hat – ich war jedesmal froh, wenn die Stunde vorbei war und ich wenigstens die einfachste der Übungen halb hinbekommen hatte.

In diese Zeit fällt auch mein bisher einziger Sportunfall: Eine gebrochene Nase. Und das kam so: In der folgenden Woche war eine Prüfung im Bodenturnen angesetzt. Ich konnte Rolle vorwärts und grade so eine Flugrolle. Wir hatten damals zuhause einen unausgebauten Dachboden, wo man bequem mehrere Matratzen hintereinander legen konnte und ich also meine Flugrolle übte, um im Test wenigstens irgendwie eine Drei zu kriegen. Bei einem dieser Versuche zog ich versehentlich (es ist mir immer ein Rätsel geblieben warum) das Knie an, es knackte laut und die Nase war gebrochen. Auf die Geschichte will ich gar nicht näher eingehen, nur noch soviel: Einfach weil es mir peinlich war, wussten nicht viele über den genauen Unfallhergang Bescheid, aber natürlich gab es irgendeinen Idioten, der das Ganze Herrn Y gesteckt hat.

Und dann die Ballsportarten! Nicht falsch verstehen, ich mag Ballsport. Obwohl ich oft als Letzte in die Mannschaft gewählt wurde, habe ich in der Schule gerne Basketball oder Fußball gespielt. Aber das war auch schon das Problem: Ich kann mich nicht daran erinnern, bei Herrn Y mal eine andere Ballsportart ausprobiert zu haben. Bei Herrn X haben wir später ein- oder zweimal Hockey gespielt – boah, fand ich das damals cool.

In der 10 bekamen wir also wieder Herrn X und in den folgenden zwei Jahren wurde mein Verhältnis zum Schulsport ein sehr leicht besseres. Was zum Einen daran lag, dass wir jetzt mehr Verständnis für seine Art von Humor hatten und zum Anderen schlicht und ergreifend daran, dass ich endlich mal was konnte.

Damals hätte ich das nie so konkret beschreiben können, aber in der Nachbetrachtung ist es wahnsinnig deutlich für mich, wie sehr ich in den folgenden Stunden davon gezehrt habe, dass ich im Weitsprung eine Zwei geschafft hatte. Ich – eine Zwei in Sport. Was zugegebenermaßen nur daran lag, dass ich relativ groß war und deswegen weiter kam. Mit Sportlichkeit hatte das nichts zu tun. Die Überraschung muss mir ins Gesicht geschrieben gestanden haben, als ich meine Weite und damit meine Note erfuhr und wurde von Herrn X mit „Na Frau Bottleberry, hättste net gedacht, hä? So weit springt kein Meerschweinchen!“ kommentiert. Tja, das war sein Humor.

Dass meine Beziehung zum Schulsport einigermaßen versöhnlich endete, liegt an

3. den Klassen 12 und 13, also der Kurs- oder Oberstufe:

Als am Ende der 11 die Kurse gewählt wurden, machten die Sportlehrer Aushänge mit ihrem Programm für die nächsten zwei Jahre, anhand derer man sich für die Kurse entscheiden konnte. Dass unser Kurs der Kurs für Leute werden würde, die Schulsport ansonsten „nicht konnten“, war relativ schnell klar, aber nie hatte es mich weniger gestört, dass einem Kurs, in dem ich war, ein Loser-Image anhaftete – und das lag zum einen an der Lehrerin, zum anderen aber sicherlich, das muss ich zugeben, an ihrer sehr großzügigen Notengebung. Frau Z war Referendarin, kam also frisch von der Uni, war höchstens sieben Jahre älter als wir und voll von dieser Anfangseuphorie und jeder Menge neuer Unterrichtsideen. In diesen beiden Jahren hat mir wirklich jede einzelne Sportstunde Spaß gemacht, auch, und das ist, finde ich, im Nachhinein das Bemerkenswerte, wenn ich nichts konnte, was weiterhin ziemlich oft vorkam.

(Frau Z hat übrigens nach ihrem erfolgreich absolvierten zweiten Staatsexamen die Schule gewechselt, was mir persönlich egal war, für die Entwicklung der Schule hätte ich es aber sehr begrüßt, wenn sie geblieben wäre.)

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Filme 2014: My Sister’s Keeper

…deutsch: Beim Leben meiner Schwester

…mit: Abigail Breslin, Cameron Diaz u.a. (hier Wikipedia-Link setzen)

…Regisseur: Nick Cassavetes

Es könnte alles so schön sein: Sara und Brian haben mit Kate und Jesse zwei kleine süße Kinder und führen ein idyllisches Leben. Doch dann wird eines Tages Leukämie bei Kate festgestellt und weder die Eltern noch der Bruder sind als Organspender geeignet. Nach einem dezenten Hinweis des Arztes entscheidet sich das Ehepaar für ein drittes Kind – eine Retortentochter, die perfekt zu Kate passt und als Zell- und Organspenderin fungieren kann.

Fortan dreht sich im Leben der Familie alles nur noch um das kranke Kind: Die Mutter gibt ihren Beruf als Anwältin auf und widmet sich voll und ganz Kate’s Pflege und die beiden Geschwister laufen eher nebenher.

Als der Film in die Handlung einsteigt, ist Anna 11 Jahre alt und hat beschlossen, ihre Eltern zu verklagen, da sie nicht mehr als medizinisches Ersatzteillager fungieren will. Es kommt zum Prozess – den ausgerechnet die Richterin leitet, die gerade nach einer halbjährigen Pause wegen des Unfalltodes ihrer 12jährigen Tochter wieder im Beruf ist.

Der Film arbeitet sehr ausführlich mit Rückblenden und Voice-Overn der Familienmitglieder und Annas Anwalt. So erfährt der Zuschauer erst nach und nach, dass die Klage gegen die Eltern Kates Idee war, die ihren baldigen Tod akzeptiert hat und in Ruhe sterben möchte. Während die Mutter damit große Schwierigkeiten hat, beginnt der Vater sein Verhalten und seine Einstellungen zu hinterfragen.

Tränendrüsen-Moment: Kates Voice-Over: „I don’t mind my disease killing me – but it’s killing my family, too.“

LOL-Moment: keiner

Facepalm-Moment: Der Arzt teilt den Eltern auf dem Flur mit, dass ihre Tochter Leukämie haben könnte. Auf dem Flur.

Bechdel-Test: passed

Fazit: Mochte ich. Was für’s Herz, auch wenn der traurige Ausgang von Anfang an feststeht. 7 von 10 Sternen.

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